Reden ist Silber, Zuhören ist Gold: Warum Führungskräfte viel mehr von ihrer eigenen Organisation lernen könnten

Image: Impact Photography/Shutterstock.com
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Mit dem vielbeschworenen güldenen Schweigen allein ist noch keiner weit gekommen. Doch wer sich als guter Zuhörer entpuppt, kann viel lernen. Nun lässt sich Zuhören im Dialog und selbst in überschaubaren Gruppen noch umsetzen, doch wie kann der Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens oder der CEO eines globalen Konzerns sein Ohr einer vielschichtigen Organisation leihen? Die Problematik des unterbrochenen Drahtes zwischen Mitarbeitern und Führungskräften ist nicht neu. Allerdings sind gerade in letzter Zeit Unternehmen wie Volkswagen, Uber und United Airlines mit besonders schlechten Beispielen vorangegangen.

Wenn das Mantra Kundenfokus interne Themen überlagert

Obwohl sie Spielwiesen, Detox-Smoothies und Mitarbeiter-Benefits in Hülle und Fülle bieten, scheinen viele Führungskräfte nicht wirklich auf die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter einzugehen. Die Verantwortung, die auf den Schultern eines CEO und seiner C-Level-Kollegen lastet, ist immens. Der Blick der gesamten Organisation richtet sich auf die Führungsetage wenn es um strategische Richtungsentscheidungen oder andere Schritte mit Schwergewicht geht. Gleichzeitig erhöht die gebetsmühlenartig vorgetragene Forderung nach mehr Kundenfokus den Druck, sich eher mit der Außenwelt und weniger mit vermeintlich unwichtigen internen Fragestellungen zu beschäftigen. Dadurch lassen sich Führungskräfte leicht zu einer einseitigen Betrachtung des Zustands ihrer Organisation verleiten – Puls-Checks, die ein gesamtheitliches Bild einer Organisation wiedergeben sollen, stellen häufig allein die Kundenseite in den Vordergrund und vernachlässigen interne Themen.

Doch die Frage, wer die Regeln bestimmt und Prioritäten setzt, kann sich jede Führungskraft am besten selbst beantworten. Das volle Potenzial einer Organisation nicht auszunutzen, ist nicht nur schade, es kann auch richtig schädlich sein. Jedes HR-Handbuch lehrt, dass es geradezu überlebenswichtig für eine Organisation ist, auf Mitarbeiter einzugehen, sie in Entscheidungsprozesse miteinzubeziehen und sie zu verstehen. Dadurch erfahren CEOs und ihre Kollegen mehr über die eigene Organisation, erkennen potenzielle Risiken rechtzeitig und profitieren von frischen Perspektiven – und liefern ganz nebenbei guten Mitarbeitern viele gute Gründe, einem Unternehmen treu zu bleiben.

 

Aufmerksames Zuhören fängt mit sensiblen Fragen an

Nun ist aber gerade die Rolle des Geschäftsführers oder CEO nicht gerade prädestiniert für die Rolle des Zuhörers. Allein hierarchische Konstrukte verhindern in den meisten Unternehmen ehrliche und offene Dialoge. Zuhören beginnt jedoch meist mit Fragen und konstruktive Fragen lassen sich auf verschiedene Arten stellen. Am besten geht es ganz konkret: Jeder Mitarbeiter, jedes Team hat einen Themenbereich, eine Geschichte oder besondere Talente zu denen es befragt werden kann. Das wiederum gibt Mitarbeitern die Gelegenheit, ihre Expertise einzubringen. Dabei sollten Führungskräfte immer beachten, dass ihre Fragen nicht von vornherein ein Urteil oder eine Bewertung in sich tragen. Fragen sollten so formuliert werden, dass sie Dinge ans Tageslicht bringen, von denen man gar nicht wusste, dass es sie in der Organisation gibt. Um nicht zu demoralisieren, sollten CEOs sich als Fragesteller in der Rolle eines Katalysators und Inspirationsgebers sehen.

Laut Marilee Adams, Autorin des Buches Change Your Questions, Change Your Life: 10 Powerful Tools for Life and Work sollten motivierende Fragen neugierig, offen formuliert und kreativ sein um die Freude am Lernen zu stimulieren. Dies können zum Beispiel Fragen nach Wünschen, Ideen und Meinungen sein. Leider schleichen sich oft verurteilende Fragen selbst in den bestmöglichst durchdachten Fragebogen ein, die, eng gefasst, schon auf einen bestimmten Output abzielen. Negative Formulierungen und Fragen, die sich auf das Problem, nicht die Lösung, konzentrieren sind im besten Fall einschüchternd, im schlimmsten Fall höchst demotivierend. Kein fähiger CEO sollte sich zu einer offensichtlichen oder verkappten Variante von „Wer ist schuld?“ oder „Warum erzielen wir nicht so und soviel XY?“ hinreißen lassen.

 

Auf Fragen und Zuhören müssen Konsequenzen folgen

Im Tagesgeschäft ist es leider noch immer gang und gäbe, dass Führungskräfte Maßnahmen für das Mitarbeiterwohl treffen, ohne in Erfahrung zu bringen, womit diese sich eigentlich wohlfühlen. Doch selbst wenn Daten regelmäßig gesammelt werden, es Umfragen und Auswertungen gibt – all dies ist wertlos ohne Veränderungen, die basierend auf den Ergebnissen angestoßen werden. Fehlendes Followup ist garantiertes Gift für die Glaubwürdigkeit und den Erfolg jeder Führungskraft. Vorschläge, Gedanken und Inspirationen für Fragen kann ein CEO im Austausch erarbeiten, allerdings finden viele auch bereits in Ihrem Büro selbst gute Ansätze. Für Lösungen wiederum, muss man die eigenen vier Wände verlassen – denn diese können nur aus Antworten bestehen, die sich niemand selbst geben kann. Hier ist Austausch und das Blicken über den eigenen Tellerrand gefragt.


Fazit: Wer fragt, bekommt eine Antwort. Wer nicht fragt, bekommt…nichts! Zuhören sind der Schlüssel zu guter Unternehmensführung. Mit ein bisschen Aufmerksamkeit und gutem Willen kann jeder Geschäftsführer und CEO eine Kultur des Fragens und Zuhörens etablieren – sowohl in mittelständischen Unternehmen als auch in größeren Organisationen. Dadurch lernen nicht nur Führungskräfte, sondern alle Mitarbeiter gemeinsam miteinander. Neue Ideen entstehen, Schwachstellen werden aufgedeckt und die Arbeitsatmosphäre wird sich garantiert verbessern, Wie bleiben Sie am Puls ihrer Organisation? Schreiben Sie uns und fordern Sie noch heute eine kostenfreie Live-Demo von Surwayne an!

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